Die Lage in Rumänien


SOS Dogs Romania
Tierheim
Ruby schaut aus ihrem Zwinger
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Hunde werden wie Müll entsorgt

In Rumänien ist die Situation besonders prekär. Etwa 600.000 heimatlose Hunde kämpfen laut der Tierschutzorganisation PETA täglich um ihr Überleben. Sie leiden Hunger, werden misshandelt und/oder brutal getötet. Durch eine tödliche Beiß-Attacke eines Wachhundes auf einen kleinen Jungen namens Ionut, verschlimmert sich 2013 die Lage der Straßenhunde drastisch. Das „Ionut“ 258/2013 Gesetz tritt in Kraft – besser bekannt als das Tötungsgesetz in Rumänien. Laut diesem dürfen Hunde eingefangen und in städtische Tierheime und Tötungsstationen gebracht werden. Dort sind die Tiere unvorstellbarem Leid ausgesetzt. In Tötungsstationen gilt eine Frist von zwei Wochen, in denen die Hunde von TierschützerInnen befreit werden können. Läuft die Frist ab, werden die Tiere grausam getötet. In den städtischen Tierheimen geht es den Vierbeinern nicht besser. Aufgrund mangelnder Ernährung und fehlender medizinischer Versorgung versterben sie auch dort nach kürzester Zeit. Schmerzloses Wegschlummern ist den Tieren nicht vergönnt. Stattdessen ist ihr Dasein geprägt von Angst, Schmerz und Leid. TierschützerInnen berichten regelmäßig, dass Hunde verhungern und im Winter erfrieren. Gefördert werden diese Einrichtungen durch den Staat. Pro gefangenen und getöteten Hund fließen enorme Geldsummen an die Einrichtungen. Es ist ein lohnendes Geschäft für die Menschen in Rumänien. Vor allem wenn man bedenkt, dass knapp 30% der Bevölkerung von Armut betroffen ist. 

Nicht jeder Hund muss vermittelt werden – aber kastriert!

Rumänische Tiere erfahren selten so viel Fürsorge und Liebe wie Haustiere in Deutschland. Oft werden sie im Garten oder Hof gehalten, um das Grundstück zu bewachen – befestigt an schweren Metallketten. Die Hunde erhalten etwas Nahrung und Wasser; medizinisch versorgt oder gar kastriert werden sie jedoch nicht. Dadurch können sich auch Hunde, die ein Zuhause haben, mit Straßenhunden paaren. Das Ergebnis sind viele ungewollte Welpen. Diese werden oft kurz nach der Geburt ausgesetzt. Ohne Mutter und sich selbst überlassen bedeutet dies meist das Todesurteil für die Kleinen. Nur mit viel Glück werden sie gerettet und finden so zum Beispiel ihren Weg zu SOS Dogs Romania.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, ist die Kastration von Hunden bereits seit 2013 Pflicht. Trotzdem ist ein Großteil der Tiere nicht kastriert. Besonders in den ländlichen Gegenden vermehren sich die Vierbeiner ungehindert. Vor allem fehlende finanzielle Mittel, fehlende Aufklärung in der Bevölkerung und Tierärztemangel sind Teil des Problems. Aus diesem Grund leisten viele Tierschutzvereine Bildungsarbeit und führen Kastrationskampagnen durch. Auch SOS Dogs Romania ist am 2. Juli 2022 Teil solch einer Kampagne. Mithilfe einer befreundeten Tierärztin wurden Straßenhunde aus Teleorman und den anliegenden Nachbardörfern kastriert. Nur so kann eine Langzeitlösung für die vielen Straßenhunde gefunden werden, denn nicht jeder Hund kann gerettet oder gar vermittelt werden – aber kastriert!